Springe zum Inhalt

Neulich am Tresen

Seid einigen Wochen habe ich ein Verkaufsdisplay mit meinem regionalen Stadthonig bei unserem Griechen stehen, nachdem letztes Jahr sehr viele Leute gekauft haben. Ich bin dort einmal die Woche mit Freunden.

Die Wirtin erzählte mir, dass ein älterer Herr, der hier früher auch seinen Honig verkauft hat und hier noch ab und an einkehrt, etwas an den Etiketten beanstandet hat.

Nun habe ich ihn die Tage am Tresen angetroffen und wurde ihm vorgestellt. Er meinte, dass die Etiketten so nicht in Ordnung wären. "Die sind ja nicht original vom DIB." Ich erklärte ihm dann höflich dass ja auch die Gläser nicht die vom Imkerbund seien und somit auch mit eigenen Etiketten versehen werden dürften. Es sei alles an rechtlich vorgeschriebenen Vorschriften auf dem Etikett berücksichtigt worden. Darauf entgegnete er, wenn ich im Imkerverein sei, müßte ich so etwas doch wissen. "Die fliegen doch nicht nur in Altenbochum, weil da Stadthonig Altenbochum drauf steht!" "Nee", antwortete ich. "Deutscher Bienenhonig steht drauf, wie es sein muss. Das andere ist eher als Name meines Honigs anzusehen." Ich wollte nichts von Branding erzählen.

Im Laufe des Gesprächs kam man über den Imkerverein und diverse bekannte Bochumer Imker dann doch noch auf eine ganz nette Gesprächsebene. Aber diese Situation zeigt die Generationsprobleme, die in Imkervereinen oder auch so unter Imkern immer wieder antreten können. "Das kenn ich nur so" oder "Das haben wir IMMER so gemacht" sind dann Aussagen, die zu dem Problem unter 5 Imkern immer 7 Meinungen zu haben, hinzukommen.

Die Zeiten haben sich halt geändert. Vor 40 Jahren kannte man keine Varroa, geschweige denn einen anrückenden Beutenkäfer. Auch waren die Vorschriften und Auflagen nicht mit denen von heute zu vergleichen. Es ist da von beiden Seiten etwas Fingerspitzengefühl gefragt, vielleicht von uns immer mehr werdenden jüngeren Bienenmännern und -frauen,etwas mehr.

In diesem Fall hab ich durch das Thekengespräch zumindest eine kleine Annäherung erreicht. Der betreffende Mensch ist in der Imkerei nicht mehr selber aktiv, so dass hier keine Wettbewerbssituation vorliegt. Wir haben uns darauf geeinigt, dass er bei einem seiner nächsten Spaziergänge mal an meinem Bienenhaus vorbei schaut.

Kommunikation ist, wenn auch manchmal nicht ganz einfach, halt alles.